Spüren des gegenwärtigen Moments

Mich selbst wohl fühlen, kann ich nur, wenn ich mich spüre.

Was ich spüre, ist immer jene Energie, mit der ich mich ‚vollfülle‘. (Man beachte das Wortspiel – mit vitaler Energie vollfüllen ~ wohlfühlen :))

So fühle ich mich zuerst selbst wohl – durch wohlwollende Gedanken zum gegenwärtigen Moment. Das bedeutet, mich den gegenwärtigen Möglichkeiten mit einer lösungsorientierten inneren Haltung hinzugeben. Offenheit gegenüber dem Moment und den in ihm verborgenen Inhalten vertrauen, die mir im Hier und Jetzt begegnen. Nur das, womit ich gerade in Resonanz bin, kann mir begegnen. Wenn ich das erkenne, dann beginnt das „mich öffnen“ für das Leben, das lebendige Jetzt. Mich zu öffnen bedeutet so etwas wie die innere Bereitschaft, etwas anzuschauen, was gerade in meinem Blickfeld ist. Wie das Auge zu öffnen, um zu sehen, was mich wirklich umgibt. Dies zuzulassen, um sehen zu können, statt das Auge in der Hoffnung zu verschließen, mir etwas anderes hierherzusehnen statt dem, was bereits da ist. Auch ein Krieg kann erst in Frieden verwandelt werden, wenn wir erkennen, dass ein Krieg herrscht. Das Bewusstsein darüber ist die Grundlage für den ersten Schritt Richtung Frieden. Ein einfaches Bild dazu: Wenn der Knopf meiner Jacke heruntergefallen ist, werde ich mir dessen erst bewusst, weil ich die kalte Luft spüre. Wenn ich das ändern möchte, aber im Moment weder Nadel noch Zwirn habe, um den Knopf wieder anzunähen, halte ich meine Jacke erst mit meinen Händen zusammen, um mich vor der Kälte zu schützen. Später, wenn mir das „Werkzeug“ zur Verfügung steht, kann ich so die Situation verfeinern, um meine Hände wieder frei zu bekommen. Dabei ist es auch vorteilhaft, genau hinzuschauen, um den Knopf an der richtigen Stelle annähen zu können. Ein wertendes Verhalten oder Denken haben ihren Ursprung in der Angst, von den „anderen“ beurteilt zu werden. Wie entsteht das überhaupt? Wir lernen meistens bereits in der Kindheit, großen Wert darauf zu legen, wie andere über uns denken. Daraus entsteht die meist unbewusste Angst, dem Umfeld ein schlechtes Bild von uns zu vermitteln. Was darunter zu verstehen ist, hängt von der individuellen Wertvorstellung der Herkunftsfamilie ab. Wir wissen, wenn etwas bewertet wird, kann es abgewertet oder aufgewertet werden. Darum versuchen die meisten Menschen erst, sich so nach außen zu präsentieren, dass möglichst aufwertende Meinungen geerntet werden. Das Problem ist nur, dass auf diesem Wege die eigenen Impulse, wie ich wirklich bin, kontrolliert werden und somit die Individualität eingeschränkt wird. Natürlich gibt es ein gesundes Maß, hinsichtlich dessen es auch wichtig ist, sich anzupassen, jedoch möchte ich an dieser Stelle nicht so weit ausholen. Die Beschreibung dient als Sinnbild dessen Verhaltensmusters. Meisterschaft geschieht im Inneren durch das Bewusstwerden meines Selbst auf den drei Grundebenen. Klar im Fokus. Physisch über mein gegenwärtiges Dasein als Mensch, die physische Präsenz. Auch über die eigenen Gefühle und Emotionen und die eigenen Gedanken. Hier eine Übung dazu, der Kugelblick: Stell dir vor, du stehst in der Mitte einer Kugel und kannst aus allen Richtungen auf dich schauen. Nicht mehr du schaust aus dir heraus, sondern du schaust aus allen Richtungen von außen auf dich selbst.

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